Montag, 13. November 2017

Gott des Regens und die Königin des Sturmes geben sich die Ehre

Die Nacht war sehr heftig. Es spielten Regen und Sturm fangen mit einer endlosen Energie. Ich wurde geweckt, als sich die Königin des Sturmes hinter meinem Fensterladen vor dem Gott des Regens verstecken wollte. Ich musste aufstehen die Königin verscheuchen und die Läden schließen. Die dünnen einglasigen Fenster klapperten gerne zu den pfeifenden Melodien des Unwetters.

Die Königin des Sturmes und der Gott des Regens jagten sich immer fort durch die sehr schmale Gasse vor meinem Fenster. Es entstand ein Singen und Pfeifen, das an einen Gruselfilm erinnern lässt.

Der Morgen kommt ohne Helligkeit. Die Fensterläden sind unmöglich zu öffnen und im Palazzo Foscarini muss das Frühstück bei mattem elektrischem Licht eingenommen werden. Die schmalen Lichtverhältnisse wecken meine Lebensgeister nicht.

Mein Reisebegleiter heitert mich mit einem Teller aufgeschnittenem Gemüse auf. Während ich meinen Kaffee trinke und das Gemüsegesicht aufesse höre ich das Regenwasser im offenen Karmin … tropf, tropf, tropf … Die Karminwand ist nass. Wasserstriemen ziehen an der Mauer zu Boden. Es ist unheimlich.


Ich habe keine Ahnung was sich vor dem Palazzo Foscarini abspielt. Ist der Kanal Rio De S. Margherita über seine Ufer getreten. Ist Venedig schon untergegangen? Ich höre Stimmen in der schmalen Gasse. Die Menschen kämpfen sich durch das Unwetter. 

Eine Wohnung mit allem Komfort, gute Heizung und großer Gemütlichkeit ist in dieser Wettersituation Goldes wert. Trotzdem möchte ich nicht den ganzen Tag zu Hause bleiben. Meine Gummistiefel freuen sich auf einen Spaziergang.


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