Die Königin des Sturmes und
der Gott des Regens jagten sich immer fort durch die sehr schmale Gasse vor
meinem Fenster. Es entstand ein Singen und Pfeifen, das an einen Gruselfilm
erinnern lässt.
Der Morgen kommt ohne
Helligkeit. Die Fensterläden sind unmöglich zu öffnen und im Palazzo Foscarini
muss das Frühstück bei mattem elektrischem Licht eingenommen werden. Die
schmalen Lichtverhältnisse wecken meine Lebensgeister nicht.

Mein
Reisebegleiter heitert mich mit einem Teller aufgeschnittenem Gemüse auf.
Während ich meinen Kaffee trinke und das Gemüsegesicht aufesse höre ich das
Regenwasser im offenen Karmin … tropf, tropf, tropf … Die Karminwand ist nass.
Wasserstriemen ziehen an der Mauer zu Boden. Es ist unheimlich.
Ich habe keine Ahnung was sich vor dem Palazzo Foscarini abspielt. Ist der Kanal Rio De S. Margherita über seine Ufer getreten. Ist Venedig schon untergegangen? Ich höre Stimmen in der schmalen Gasse. Die Menschen kämpfen sich durch das Unwetter.
Eine Wohnung mit allem Komfort, gute Heizung und großer Gemütlichkeit ist in dieser Wettersituation Goldes wert. Trotzdem möchte ich nicht den ganzen Tag zu Hause bleiben. Meine Gummistiefel freuen sich auf einen Spaziergang.
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